Innovative Forschung in der Pikler-Krippe Budapest: Die verbale Begleitung im freien Spiel

Projekt-Infos

Träger: Lóczy Stiftung für die Kinder, Budapest – Ungarn
gegründet 2014
Forschungsteam: 5 Psychologinnen
Ansprechpartnerin: Eszter Mózes

Standort: Budapest, Ungarn
Die Lóczy Stiftung unterstützt u. a. die Pikler-Krippe in Budapest, Lóczy Lajos utca 3. Ziel der Stiftung ist die Unterstützung von Eltern, Kindern und Fachleuten durch die Verbreitung der weltweit bekannten Kleinkind-Pädagogik von Dr. Emmi Pikler.
Der Krippe angeschlossen ist die Pikler-Werkstatt (Ungarische Pikler-Lóczy Gesellschaft) für Fachleute mit Weiterbildungsangeboten, Hospitationsbesuchen, Forschungsprojekten und Veröffentlichungen über die Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern.

Projekt: Forschungsprojekt über die verbale Begleitung der Kinder im freien Spiel

Unsere Förderung:
Beteiligung an den Kosten der Forschungsstudie in Höhe von 14.700 €, verteilt über die Jahre 2024 bis 2026

Die piklerische Sichtweise auf das freie Spiel betont die Bedeutung von autonomem und selbstgesteuertem Spielen für die kindliche Entwicklung. Gemäß der Pikler-Pädagogik wird Kindern Raum gegeben, um ihre Spielaktivitäten spontan und ohne Eingriffe von Erwachsenen zu entfalten.

Das freie Spiel wird als ein wesentlicher Bestandteil der kindlichen Erfahrung angesehen, der es Kindern ermöglicht, ihre Umgebung zu erkunden, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und soziale Kompetenzen zu erwerben.

Pikler-Pädagoginnen und Pikler-Pädagogen beobachten und respektieren die Spielbedürfnisse der Kinder, ohne diese zu lenken oder zu unterbrechen und schaffen eine Umgebung, die das freie Spiel unterstützt und fördert.

Zwei Kleinkinder stehen draußen und spielen, sie tragen warme Jacken und Wollmützen, eines hält eine Sandschaufel. Eine Pädagogin in Strickjacke hat sich zu einem Kind hinuntergekniet und spricht mit ihm.

Der Projektträger

Die „Lóczy Stiftung für die Kinder“ arbeitet im Interesse der Kleinkinder – dafür, dass man sie ernst nimmt, dass sie frei spielen und sich frei bewegen können und dass sie das Zusammenleben mit anderen Kindern auf friedlichem Wege erlernen können.

Sie unterstützt

  • finanziell und fachlich die seit 2006 arbeitende Pikler-Krippe, wo erfahrene Kleinkinderzieher/-innen die Kinder betreuen. Fachleute aus vielen Ländern kommen hierher, um den Pikler-Ansatz in der Praxis erleben zu können;
  • die sich mit Säuglingen und Kleinkindern beschäftigenden Fachleute und bietet Weiterbildungsmaßnahmen (Seminare, Konsultationen mit Beobachtungen) in Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Ungarisch an;
  • Familien mit Kleinkindern: Psycholog/-innen, Heilpädagog/-innen, Kinderärzt/-innen und andere Fachleute bieten ihnen Konsultationen, Beratungen, Therapien, Frühinterventionen an;

Die Stiftung ermöglicht darüber hinaus, die Erkenntnisse von Emmi Pikler wissenschaftlich auszuwerten und die Ergebnisse über die Wirkung der Pikler-Pädagogik auf die Kinder zu veröffentlichen und für die Weiterbildung zu nutzen.

Innovative Forschung in der Pikler-Krippe Budapest: Verbale Begleitung von Spielaktivitäten

Diese Forschungsinitiative untersucht die Betreuung von Kindern im Emmi-Pikler-Kindergarten in Budapest, Ungarn, in Zusammenarbeit mit der renommierten Eötvös Loránd Universität. Das Ziel ist es, die verbale Begleitung von Spielaktivitäten durch Betreuer zu verstehen.

Zwei Mädchen mit Kopftüchern und Strumpfhosen sitzen drinnen auf weichen Fellen und Sitzkissen. Der Raum ist mit Holzmöbeln in warmem Farbton eingerichtet.
Drei Kleinkinder draußen im Hof mit dicken Jacken und Mützen. Zwei von ihnen fahren auf Dreirädern, die Betreuerin hat sich zum dritten Kind, das steht, hinuntergebeugt. Sie halten blaues Spielzeug in den Händen.

Das Forschungsteam besteht aus fünf angesehenen Psychologen, darunter Eszter Mózes, Direktorin der Lóczy-Stiftung für Kinder und Präsidentin des Pikler Internationalen Verbandes. Die Methodik basiert auf der Analyse von Videomaterial aus dem Kindergarten, um ein tiefes Verständnis für die Betreuung und pädagogische Interaktionen zu gewinnen.

Eine Frau in grüner Jacke steht an einem Wickeltisch aus Holz, eine andere Frau kniet davor und hält ein blondes Kind am Arm.
Fünf Kleinkinder in Jacken und Mützen spielen im Sandkasten, Sandschaufeln und Eimer liegen im Sand. Eine Pädagogin stützt ein Kind mit der einen Hand am Rücken, in der anderen Hand hält sie einen Besen.

Die Ergebnisse sollen die Praktiken in der Krippenbetreuung verbessern und im European Early Childhood Education Research Journal veröffentlicht werden. Darüber hinaus sollen sie auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung weltweit leisten.

Warum wir uns für das Projekt engagieren

Die Kleinkindpädagogik von Dr. Emmi Pikler entspricht vollkommen dem Anliegen unserer Stiftung, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu unterstützen durch selbstwirksame Erfahrungen in einer vorbereiteten Umgebung mit Erwachsenen, die ihnen zugewandt und mit Zurückhaltung für die eigenen Lösungen begegnen.

Diese Studie hilft den Fachleuten zu verstehen, wie die Betreuerinnen in der Pikler-Krippe mit sprachlicher Begleitung, den kleinen Kindern im freien Spiel eigenaktive Lern- und Entwicklungserfahrungen ermöglichen.

Ausblick

Wir freuen uns, diese einmalige Pädagogik in den nächsten drei Jahren bei der Erforschung der Wirkungsweise der sprachlichen Begleitung unterstützen zu können und sind gespannt auf die Ergebnisse!